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Gut Aiderbichl
griechischer Esel
(
3littlebirds
, Perchtoldsdorf, 01.08.2009)
LIEBE FAMILIEN!
Letzte Woche schaffte ich es endlich das GUT AIDERBICHL in Salzburg kennen zu lernen.
Fast jeder hat schon einmal von dem Gutshof gehört, aber die Erlebnisse die diese Tiere in sich tragen, sind kaum vorstellbar.
Auch ich hatte keine Ahnung, welches Martyrium diese Tiere erfahren mussten, bevor sie das Glück hatten, von ihren Rettern aus ihrer Lage befreit zu werden.
Sehr nahe, ging mir die Bekanntschaft mit einem Esel aus Griechenland.
Man erzählte mir, dass diese zarten Geschöpfe in Griechenland bis zu 150 kg an Lasten tragen müssen. Ihre Beine sind durch diesen Zustand krumm und deswegen sind sie für die Menschen nicht mehr zu gebrauchen. Danach werden die Esel an den Beinen zusammen gebunden und an Olivenbäumen aufgehängt wo diese an einem qualvollen Tod sterben, da sie tagelang ohne Wasser auskommen können.
Ich stand nun hilflos vor dem abgemagerten Esel, der die ganze Zeit den Kopf gesenkt hielt, und wusste nicht, ob ich still weinen oder laut schreien sollte.
Ich bemerkte, dass er die vereinzelt, aus dem Sand ragenden Grashalme ansah und strich im sanft über sein Fell. Er sah so schwach und hungrig aus und ich denke, auch ich stand in diesem Moment wie ein Häufchen Elend neben ihm.
Einen kurzen Moment dachte ich, er wird es wohl auch nicht schaffen, wie schon vier seiner Artgenossen, zuvor. Schnell holte mich die Hoffnung wieder zurück, denn die stirbt bekanntlich zuletzt.
Als ich nun vor ihm stand und den knöchrigen Körper des Esels streichelte, bemerkte ich, dass trotz meiner vorsichtigen Annäherung der Abstand zwischen uns größer wurde. Er wollte meine Streicheleinheiten nicht mehr. Ich hatte das Gefühl, als müsste er die Liebe die man ihm entgegenbrachte, erst ertragen lernen.
Einmal musste ich ihm noch über sein Fell streifen, dann ging ich weiter und betrachtete die anderen wunderbaren geretteten Tiere.
Nach einer Weile, zog es mich zu meinem neuen Freund zurück. Ich bemerkte erschrocken, dass er nicht mehr an seiner Stelle stand. Ich drehte mich um und sah, wie er mit zitternden, verkrümmten Beinen und im Schneckentempo den Weg auf sich nahm. Ich hatte das Gefühl, als würde er jeden Moment zusammensinken. Irgendetwas, musste ihn aufgefordert haben, viel Kraft zu sammeln und ein Bein vor das andere zu setzten. Ich war wie versteinert, wollte ihn in seinem Vorhaben jedoch nicht überfordern, deshalb hielt ich einen großen Abstand zu ihm.
Als ich sah, wo seine Endstation war, nämlich vor einem Heuhaufen zwischen zwei riesigen Stieren, war ich überglücklich und wusste, dass er es schaffen würde.
Durch euren Besuch auf Gut Aiderbichl, unterstützt ihr all die geretteten Tiere, die hier in Würde leben dürfen.
Ich bedanke mich im Namen der vielen Tiere, die nicht selbst um Hilfe bitten können.
Den Mitarbeitern von Gut Aiderbichl wünsche ich weiterhin viel Kraft und bedanke mich ebenfalls für den aufopfernden Einsatz!
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